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Zur Geschichte des Schwibbogens

Besonders zur Weihnachtszeit strahlen die vielen Schwibbögen in den Fenstern der sächsischen Dörfer und Städte. Diese Tradition des erzgebirgischen Fensterschmuckes blickt auf über 270 Jahre Geschichte zurück. Wahrscheinlich entstanden die ersten Schwibbögen im Raum von Johanngeorgenstadt. Die ersten Exemplare wurden wie von Bergschmieden in Blech hergestellt.

Der wahrscheinlich älteste
von Bergschmieden in
Johanngeorgenstadt
gefertigte Blechschwibbogen.

(Quelle: Förderverein Pferdegöpel
Johanngeorgenstadt e.V.)


Später fanden die Volkskünstler ihre Liebe zum Werkstoff Holz mit seiner Wärme und Natürlichkeit.

Das Thema des Schmuckes dürfte sich in Anlehnung an die Weihnacht der Bergleute herausgebildet haben. So ähnelt der Lichterbogen, den Lampen der Kumpel bei der glücklichen Heimkehr aus dem dunklen Stollenmundloch. Vielleicht waren die Stolleneingänge auch mit Sützbögen ausgemauert. Die Architekturfigur stand Pate für den Schwibbogen. Diese Symbolik der Heimkehr aus dem Berg dürfte die Menschen im Erzgebirge, bei den vielen Gefahren und dem Joch des Bergmansberufes, wie den kargen Verhältnissen zur damaligen Zeit besonders berührt haben.

Das Warten der Frauen und Kinder und der Alten am "Zechenheiligabend" und die glückliche Heimkehr der Männer zu ihren Familien, gebracht in die bewußte Darstellung des Lichts als Ausdruck von zurückgewonnener Wärme und Geborgenheit. Das Licht im Fenster um den Weg zur Heimkehr durch Dunkelheit und hohen Schnee zu weisen, ist verbunden mit der Vorwegnahme des glücklichen Nachhausekommens.

Die Schwibbogenherstellung diente allerdings nicht nur der Unterhaltung. Mit den Laubsägearbeiten verdienten sich die Menschen im Erzgebirge ein wichtiges Zubrot. Die Schwibbögen wurden in Heimarbeit mit der Laubsäge aus Holz gearbeitet und mit Wachskerzen versehen.
Auch heute trägt der Erfolg des erzgebirgischen Holzkunstgewerbes, das Handwerk der Schwibbogenherstellung, wie die erzgebirgische Holzkunst im allgemeinen, zum Wiederaufstieg des Landes Sachsen bei.

Der Schwibbogen reiht sich in die große Tradition der erzgebirgischen Volkskunst ein. Neben vielen anderen Aspekten dieser Kultur, wie dem Klöppeln, dem Schnitzen oder der besonderen Weihnachtsmusik, trat diese Verkörperung bergmännischen Lebenbildes einen besonderen Siegeszug an. Im Erzgebirge selbst werden zur Weihnachtszeit oft riesige Schwibbögen und andere Holzfigurenensemble auf öffentlichen Plätzen aufgestellt. Viele große Schwibbögen, vom im Freien bis zum in der Kirche angebrachten, sind allerdings auch das ganze Jahr über Anziehungspunkte für Besucher aus nah und fern.